S
igrid Kaltenbrunner
Gedanken zu meinen
Bildern


Es gibt nichts Schöneres als das Mysteriöse
aus ihm entspringt alle Wissenschaft
und wahre Kunst

Albert Einstein



und so wie für Albert Einstein das Mysteriöse
Ausgangspunkt für viele seiner Entdeckungen war,
ist es genau dieses Mysteriöse, welches mich antreibt,
wieder und wieder zu malen.

 


Ich will zeigen, dass auch hinter allem Sichtbaren verborgene Welten stecken.
Paradies oder Hölle;
es liegt im Auge des Betrachters,
es liegt im Geiste des Einzelnen.


 

Meine Bilder sind in der Mehrzahl realistisch,
sollten jedoch einladen,
einen Blick hinter das Offensichtliche zu werfen.
Denn nicht das was man sieht,
ist auch immer zu spüren.


Nicht alles was man sieht, habe ich gemalt.
Nur wer schöpferisch denkt und lebt,
wird die imaginäre Seite meiner Bilder entdecken.
Der Einzelne muss vorsichtig sein,
muss versuchen selbständig zu denken.



Wie eine scne Holztür einen Weg öffnen kann, der nichts mit der Schönheit des Einganges zu tun hat,
so ist es auch mit meinen Bildern.
Vordergründige Scheinwelten sind nicht immer leicht zu durchschauen.



Wo wir selbst keinen Zutritt haben,
verlassen wir uns auf andere.
Wir lassen uns erzählen, was wir sehen.
Wir lassen erzählen und nehmen es hin.
Woran es liegt?


Ich glaube, dass es nicht an uns liegt.
Ich glaube, dass nicht der Einzelne gelähmt ist.
Es ist die Gesellschaft, die uns blind macht.
Blind für jene Dinge, die dahinter liegen.

 


Das heißt sich bereit halten.
Das heißt den Willen anderer ausschalten,
die eigene Intelligenz einschalten,
und daran glauben.
Wie auch an die Magie der Bilder.
 

 


Alles ist so unendlich einfach, so unendlich schön.
Man braucht es nur in den Vordergrund zu rücken.

 

 

Die Arbeit des Künstlers ist eben sehr schwierig, weil sie mit Gewalt, mit Fleiß und mit Intelligenz nicht getan werden kann.

Friedensreich Hundertwasser